TL: Adrian Huber
HTL: Christian Maurer
Teilnehmer: Stefan Knecht, Martin Rockenfelt
Wir traffen uns am Sa morgen in Grindelwald Terminal um mit dem EigerExpress via Eigergletscher und dann mit der Bahn aufs Jungfraujoch zu fahren. Erwatungsgemäss war der Zug und auch das Joch schon voll mit Touristen, hauptsächlich aus dem asiatischen Raum.
Vom Joch liefen wir auf dem Wanderweg bis zur Mönchsjochhütte. Dort angekommen haben wir die nicht benötigte Ausrüstung deponiert und haben uns draussen beim "Obers Mönchsjoch" angeseilt und die Steigeisen montiert. Anschliessend haben wir in einer 4er Seilschaft den oberen Teil des Ewigschneefeld traversiert und via Walcherhorn-Südflanke den Gipfel erreicht. Da es wolkenlos und fast windstill war, haben wir eine ausgedehnte Gipfelrast genossen. Die Aussicht auf die umliegenden 4000er war überwältigend. Als wir genug Sonne und Höhenluft getankt haben, machten wir uns wieder auf den Rückweg.
Durch die tageszeitliche Erwärmung ist der Schnee in der Südflanke, welcher beim Aufstieg noch passabel war, inzwischen stark aufgeweicht und Einsinker bis zum Oberschenkel waren keine seltenheit. Stefan hat sogar eine Spalte erwischt und ist bis zum Bauch hineingerutscht. Da wir aber angeseilt waren, konnten wir ihn halten und er ist ohne Probleme wieder ausgestiegen.
Auch die ca. 2 km über das Ewigschneefeld zurück zum Obers Mönchsjoch hat sich mit diesen warmen Temperaturen und dem weichen Schnee ewig angefühlt. Obwohl es eine leichte Tour war, darf man sie nicht unterschätzen.
Bei der Mönchsjochhütte angekommen haben wir das Zimmer bezogen und uns eine kleine Stärkung gegönnt. Nach dem Abendessen gings schon bald ins Bett und die Nacht in der höchstgelegenen Hütte in der Schweiz war ruhig.
Frühstück war um 05:00 Uhr. Danach haben wir uns vorbereitet und sind um 06:00 Uhr von der Hütte losmarschiert, in Richtung Einstieg zur Normalroute.
Dieser ist durch den Gletscherrückgang in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, sodass seit ein paar wenigen Jahren Tritte und Klammern aus Eisen montiert wurden. Nun können die ersten ca. 10 Höhenmeter wie auf einer Leiter erstiegen werden. Danach kommt noch eine ca. 3-4m hohe Felsstufe, welche in einfacher Kletterei überwunden werden kann.
Der anschliessende Verlauf der Normalroute war für mich eine eher positive Überraschung. Aus den Begehungen dieser Route in den vergangenen Jahren, hatte ich in Erinnerung dass sich Geröllwege, Felskletterei und Firn in etwa gleichen teilen abwechseln würden. Jedoch hat es anscheinend in den vergangenen Wochen der Schlechtwetterphasen soviel Niederschlag (Schnee) gegeben, dass die nahezu gesammte Normalroute in super Trittschnee/Firn begangen werden konnte. Bei bestem Wetter und Bedingungen sind wir so sehr schnell vorangekommen. Als wir vor dem ausgesetzten Gipfelgrat angekommen sind, kamen Nebelbänke auf und haben den Gipfel und uns komplett eingehüllt. Dennoch sind wir weiter und haben die letzten ca. 200m bis zum Gipfel in Angriff genommen. Anfänglich war der Grat noch relativ breit und man konnte auf der rechten Seite den Pickel in den Firn stellend die Balance halten. 20m vor dem Gipfel war die Spur noch ca. 30cm breit und der Firn auf der rechten Seite war auch nicht mehr vorhanden. Mit dem Nebel, der sehr schlechten Sicht und der starken Ausgesetztheit war eine grosse Konzentration nötig um die Balance zu halten. Dennoch sind wir alle kurze Zeit später und nach gesamthaft 1h 50min auf dem Gipfel angekommen. Da die Aussicht wegen den kommenden und gehenden Nebelbänken blockiert war, haben wir uns entschieden die verdiente Pause weiter unten, vor dem Gipfelgrat zu machen.
Ca. 30m unterhalb des Gipfels angekommen, hat sich der Himmel wieder aufgeklärt und alle Nebelbänke sind verschwunden.
Der restliche Abstieg war wie der Aufstieg relativ einfach und schnell; dank der gut eingeschneiten Route. Die untersten 20 Höhenmeter über dem Einstieg haben wir uns abgeseilt. Danach sind wir wieder auf dem Wanderweg, welcher inzwischen gut gefüllt mit Touristen war, zurück zum Jungfraujoch gelaufen. Dort angekommen konnten wir in den nächsten Zug einsteigen und sind wieder via Eigergletscher mit dem EigerExpress zurück nach Grindelwald gelangt.
Zusammenfassend kann man sagen dass die beiden Touren bei fast perfekten Wetter und Bedingungen abgeschlossen werden konnten.

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